Wie ein Weihnachtsbaum die Bienen rettet

Wie ein Weihnachtsbaum die Bienen rettet

Das erste viertel Jahr ist schon wieder vorbei und wir bewegen uns in riesigen Schritten auf den Sommer zu. In diesem Jahr ist vieles anders als sonst. Covid-19 hat uns alle fest im Griff. Für uns ist jetzt der Zeitpunkt gekommen an dem wir unsere Blühwiese einsäen möchten. Warum wir eine Blühwiese anlegen und warum ausgerechnet ein Weihnachtsbaum die Bienen retten kann, erfährst du in diesem Blogartikel.

Viel Spaß beim Lesen!

Lebensmittel für jedermann

Geht man in den Supermarkt, fehlt es einem an nichts. In den Gemüsetheken liegen hunderte verschiedene Gemüsesorten in den verschiedensten Farben. Von der einfachen Gurke über bunte Paprika bis hin zu exotischen Chilischoten. Jeder noch so ausgefallene Wunsch des Verbrauchers wird in den Supermarktregalen befriedigt. Doch nicht nur in der Obst- und Gemüsetheke finden sich Produkte, die ihren Ursprung in der Landwirtschaft haben. Auch im Brotregal, an der Fleischtheke oder im Kühlregal haben zahlreiche leckere und auch weniger schmackhafte Nahrungsmittel ihren Platz gefunden. Ihren Ursprung haben unsere Lebensmittel alle am selben Ort: Dem klassischen Bauernhof. Ohne unsere Bauern würde es uns nicht besser gehen. Im Gegenteil. Wir hätten ganz schön großen Hunger. Beim wöchentlichen Einkauf im Supermarkt um die Ecke gibt mir diese Tatsache des Öffteren zu denken.

Supermarkt Obst und Gemüse

Die Kehrseiten der modernen Landwirtschaft

Wo Licht ist, ist auch Schatten. So ist es auch in der Landwirtschaft. Wir verfügen heute in Deutschland weltweit über die effizientesten Produktionsmethoden und -mittel auf dem Acker. Laut dem Bauernverband ernährt ein Landwirt aktuell 135 Personen. Zum Vergleich: im Jahr 1900 waren es nur 4 Personen. Ich finde, dass das schon einmal eine enorme Leistung ist. Um dieser ständigen Produktionssteigerung Schritt zu halten, hat sich unsere Umwelt in den letzten Jahrhunderten in eine Kulturlandschaft verwandelt. Ich mag diese Landschaft. Gerade im ländlichen Bereich ist sie sehr schön. Es ist schließlich ein Stück Heimat. Doch leider nicht mehr für alle Bewohner. Gerade unsere heimischen Bienen und einige Insektenarten haben mit der intensiven Bewirtschaftung der Ackerflächen zu kämpfen.

Ohne Bienen geht’s nicht

Doch warum kommen die Bienen mit unserer Kulturlandschaft da draußen nicht klar? Die Erklärung ist ganz einfach: Sie finden nicht mehr genügend Nahrung. Da viele Felder im großen Stil mit nur einer Kulturpflanze belegt sind und auch die meisten Straßengräben ausgemäht werden, müssen sie sehr viel intensiver suchen und längere Flugstrecken für ihre Nahrung in Kauf nehmen. Das ist nicht gerade förderlich für eine gesunde Bienenpopulation. Damit sie weiterhin ihrer Aufgabe im Ökosystem, also der Bestäubung von Pflanzen aller Art, übernehmen können, müssen sie wieder stärker gefördert werden.

Viele Landwirte säen deswegen sogenannte Blühstreifen an den Feldrändern aus. Vielleicht ist dir das im Sommer bei einem Spaziergang im Feldweg mal aufgefallen. In diesen Blühstreifen stecken allerlei Pflanzen, die bevorzugt von Bienen und Insekten angeflogen werden. Beispielsweise Phacelia, Mohnblumen oder Sonnenblumen.

Bienen im Schwarm Bienenstock

Das macht einen guten Blühstreifen aus

Zu einem intakten Blühstreifen gehören also vor allem Blühpflanzen. Doch das ist nicht alles. Wichtig ist eine Vielfalt an Pflanzenarten. Damit möglichst lange etwas blüht, sollte in der Saatgutmischung ein Gemenge an Sorten sein, die zu verschieden Zeitpunkten vom frühen Sommer bis in den Herbst hinein ihre Blüte erreichen. Dies sichert ein langanhaltendes Nahrungsangebot.

Nach der Aussaat sollte der Streifen zudem sich selbst überlassen werden. Die Natur soll sich frei entwickeln können und auch für kleine Tiere wie zum Beispiel dem Feldhasen oder verschiedenen Laufvögeln einen sicheren Unterschlupf bieten.

Und was hat jetzt der Weihnachtsbaum damit zu tun?

Ein Weihnachtsbaum hat natürlich nichts mit einem Blühstreifen zu tun. Allerdings haben wir uns etwas ausgedacht von dem wir dir erzählen möchten. Wir hatten bereits im Winter angekündigt, dass wir für jeden verkauften Weihnachtsbaum einen Quadratmeter Blühfläche anlegen möchten. Aus einem schmalen Blühstreifen soll so ein ganzes Feld voller Blühpflanzen werden, an dem sich die Bienen und Insekten nach Herzenslust bedienen können.

Dazu beteiligen wir uns an dem Naturschutz-Projekt von unserem Weihnachtsbaumbetrieb. Wenn wir dir also im letzten Jahr einen Weihnachtsbaum schicken durften, dann herzlichen Glückwunsch! Du hast mit dem Kauf deines Baums auch automatisch einen Quadratmeter Blühwiese für die Bienen im Rahmen dieses Projektes geschaffen.

Wir legen eine Blühwiese an

Jetzt, Anfang Mai werden wir also eine Blühwiese anlegen. Dazu haben wir uns ein Feld in der Nähe unseres Hofes ausgesucht, dass größer als ein Fußballfeld ist. Insgesamt sollen über 7500 Quadratmeter eingesät werden. Das ist ganz schön viel. Wenn wir diese Fläche als Blühstreifen einsäen würden, hätte der Streifen bei einem Meter breite insgesamt 7,5 Kilometer Länge. Da werden unsere Bienen und Insekten eine Menge Nahrung finden.

Als Saatgut haben wir die Mischung "Lippstädter Blütenparadies" verwendet. Laut dem Hersteller ist das eine "bewährte Mischung aus Bienen- und Schmetterlingsweide".

Und das Ergebnis siehst du hier:

Blühwiese Einsaat Acker Trecker

Mit unserer Sämaschine haben wir die Blühmischung im Feld ausgedrillt. Im Vorfeld haben wir den Acker natürlich gut vorbereitet, um für die Aussaat optimale Bedingungen zu schaffen.

Jetzt heißt es abwarten. In einigen Tagen werden sich die ersten grünen Keimblättchen aus dem Boden erheben und zu kleinen Pflänzchen heranwachsen. Zum Glück gab es in den letzten Tagen noch ein bisschen Regen. Die Startbedingungen für die kleinen Saatkörner könnten also nicht besser sein.

Ich bin gespannt wie sich die ganze Sache das nächste halbe Jahr entwickeln wird und glaube, dass wir so einen kleinen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt und Rettung der Bienen leisten können.

Über die Entwicklung der Wiese werden wir natürlich berichten.

 

Autor: Florian Siebe, Gründer und Betreiber der Seite Tannenversand.com



Hinterlassen Sie einen Kommentar